Gürtelrose Ansteckung

Gürtelrose Bläschen auf der Haut

Gürtelrose Bläschen auf der Haut, Foto: brownpau (CC-2.0)

Ist Gürtelrose ansteckend?

Die Gürtelrose ist eine Viruserkrankung durch das Herpes Zoster Virus, und sie kann daher in der Tat ansteckend sein.
Mit der Gürtelrose (Herpes zoster) kann man sich nicht direkt anstecken, allerdings kann man sich von einer Person die eine Gürtelrose hat mit Windpocken anstecken, falls man die Windpocken noch nicht hatte oder nicht dagegen geimpft ist. Diese Erkenntnis ist durchaus wichtig bei der Frage nach der Ansteckungsgefahr.
Hat jemand Windpocken, ist dies hoch ansteckend. Bei der Gürtelrose ist das Risiko einer Ansteckung mit Windpocken aber geringer, da man direkt mit der hoch infektiösen Flüssigkeit der Gürtelrose Bläschen in Berührung kommen muss (Eine sogenannte Schmierinfektion).

Die meisten Menschen infizieren sich in ihrer Kindheit mit dem Varizella-Zoster-Virus durch eine Tröpfcheninfektion, z.B. durch Husten oder Niesen, der dann die Windpocken auslöst. Die Erstinfektion ist für gesunde Kinder auch meistens relativ harmlos. Anders sieht es bei einer Infektion im Erwachsenem Alter aus, hier kann die Ansteckung mit dem Varizella-Zoster-Virus sehr schwer ausfallen. Nach der Erstkrankheit, also den Windpocken, ist man ein Leben lang gegen die Windpocken immun.

Ja, die Gürtelrose ist ansteckend, aber sie löst bei Menschen, die das Virus noch nicht haben, immer zuerst eine Windpocken-Erkrankung aus.

Wichtiger Hinweis: Hat man bereits eine Gürtelrose, sollte man sich unbedingt von Personen mit Immunschwäche, schwangeren Frauen und Babys entfernt halten. Neugeborene sind meist noch nicht mit dem Windpocken Virus infiziert. Den Kontakt zu älteren und immun geschwächten Menschen sollte man meiden.

Übrigens, die Gürtelrose Ansteckung mit dem Varizella-Zoster-Virus (VZV) kann nur durch Schmierinfektion geschehen, also direktem Kontakt mit dem Inhalt der typischen Bläschen. Die Erst Infektion mit Varizellen bildet keine Gürtelrose – auch wenn die Ansteckung durch Herpes-zoster-Bläschen geschieht. Es entwickelt sich stattdessen Windpocken.

Infektionsweg und Ansteckungsgefahr

Wer an Windpocken (Varizellen) am Varizella-Zoster-Virus erkrankt ist, ist hochgradig kontagiös, also ansteckend. Mehr als 95 Prozent der Erwachsenen waren mindestens einmal an Windpocken erkrankt, man spricht in diesem Zusammenhang von einer sehr hohen „Durchseuchungsrate“. Die meisten Menschen kriegen im Verlauf der Kindheit oder Jugend die Windpocken, sofern kein ausreichender Impfschutz besteht.

Die Infektion mit den Varizellen erfolgt über die aerogene Tröpfcheninfektion, d.h., die Erreger werden ggf. auch über eine größere Distanz durch die Luft übertragen. Im Gegensatz dazu sind Menschen mit Gürtelrose nicht ansteckend durch diese Art der Tröpfcheninfektion. In ihrem Fall steckt das Virus lediglich im Hautausschlag, also in den flüssigkeitsgefüllten Bläschen, die hochgradig infektiös sind. Nur wer in den direkten Kontakt mit dieser Flüssigkeit kommt, muss mit einer Ansteckung rechnen. Und wer schon mal Windpocken hatte, hat in der Regel ohnehin einen ausreichenden Immunschutz. Wie bei Windpocken endet auch bei der Gürtelrose eine Ansteckungsgefahr während der Verkrustung der letzten Bläschen. Die Auslösung einer Gürtelrose ist an gewisse Bedingungen geknüpft, meistens liegt schon eine Immunschwäche vor.

Gürtelrose Ansteckung bei Speichel oder Hautkontakt?

Der Speichel ist, anders als bei Windpocken nicht ansteckend. Durch normalen Hautkontakt kann keine Gürtelrose Ansteckung vollzogen werden. Kommt man allerdings direkt mit dem hoch infektiösen Inhalt der Gürtelrose Bläschen in Berührung, kann man sich mit Windpocken anstecken, sofern man noch keine Windpocken hatte. Die Windpocken werden durch Tröpfchen, das heißt beim Sprechen, Atmen, Niesen oder Husten übertragen.
Eine Infektion durch geplatzte Bläschen (Schmierinfektion) ist aber eher selten.

Gürtelrose Ansteckung bei Babys

Gefährlich kann eine Infizierung für Neugeborene werden, da diese noch keine ausreichende Abwehrkraft entwickelt haben.
Säuglinge mit einem Alter ab 5 Monaten haben schon eine gewisse Abwehrkraft, daher ist eine Infizierung mit Windpocken in diesem Alter meistens nicht bedrohlich.

Herpes zoster Ansteckung: Allgemein

  • Erste Infektion mit Varizellen verursacht keine Gürtelrose. Hatte man bisher keine Windpocken, kann man sich von Gürtelrose Erkrankten mit Windpocken anstecken (Schmierinfektion: direkter Kontakt mit Inhalt der Gütelrose Bläschen).
  • Wer bereits die Windpocken hatte, muss bei engem Kontakt zu Menschen mit Gürtelrose keine Ansteckung befürchten.

Vorbeugung einer Gürtelrose

Wie oben bereits erwähnt, stecken die Keime der Gürtelrose in der Flüssigkeit der kleinen Hautbläschen. Es kann daher fatale Folgen haben, sie zu öffnen, und genau dies passiert beim Kratzen der juckenden Hautbereiche. Die Keime gelangen so auf die Finger und danach sogleich an jede Türklinke, Handtuch, Brotmesser usw., was der Betroffene anfasst. Da ist es fast ein „Segen“, dass das Aufkratzen der Bläschen mit sehr großen Schmerzen verbunden ist.

Die „Ständige Impfkommission“ (STIKO) empfiehlt daher eine standardmäßige VZV-Impfung (Varizella-Zoster-Virus) für Jugendliche und Kinder. Darüber hinaus wird diese Impfung auch für Schwangere und ältere Menschen empfohlen, für die die Erstinfektion mit Windpocken gefährlich werden kann.

Fazit: Gürtelrose ist ansteckend, jedoch deutlich weniger als Windpocken. Die VZV-Impfung ist grundsätzlich sehr empfehlenswert.

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