Herpes simplex Virus (HSV) – Ursachen, Symptome & Behandlung

Herpes Simplex

Herpes Simplex (Lippenherpes)

 

 

 

Bei dem Begriff Herpes denken die meisten Menschen an die nervenden und unschönen Bläschen an den Lippen, diese Krankheit kann sich aber in vielen verschiedenen Formen und Ausprägungen zeigen.

Diese Webseite informiert über alle Arten, Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten rund um die Virusinfektion.

Herpes simplex

VirusHerpes, auch Herpes simplex genannt, ist eine weltweit sehr verbreitete Krankheit. Der Mensch ist für die Herpesviren der einzig natürliche Wirt und gut die Hälfte aller Erwachsenen Menschen hatte schon einmal eine Herpesinfektion.

Herpes ist eine Infektion mit Herpesviren, genauer gesagt mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1), dem Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2) oder dem Varizella-Zoster-Virus (VZV). Jeder Virus-Typ ist für unterschiedliche Erkrankungen der Auslöser.

Herpesformen

Meistens zeigt sich diese Krankheit in Form eines Lippenherpes (Herpes labialis, HSV-1), kann aber auch als Gürtelrose (Herpes zoster, VZV) oder Genitalherpes (Herpes genitalis, HSV-2) auftreten, wobei die letzteren 2 Formen sehr schlimm und schmerzhaft ausfallen können.

Durch Verschleppen der Viren, beispielsweise mit den Händen von bereits betroffenen Stellen, kann eine Infektion auch an Stellen auftreten an denen man eine Herpesinfektion nicht erwarten würde, wie z.B. im Gesicht (auch Gesichtsrose genannt), im Mund und Rachen, am Auge, an der Kopfhaut, an den Beinen oder auch an anderen Stellen.

Es gibt auch noch gesonderte Herpesformen, wie z.B. der Herpes gladiatorum oder auch Mat Herpes genannt. Diese Form ist eher selten und wird bei Gewalteinwirkung beobachtet wie sie bei Sportarten wie Ringen, Wrestlen, Rugby oder Football vorkommt.

Lippenherpes

Herpes labialis

Infektion an den Lippen

Lippenherpes ist eine Virusinfektion mit einer deutlich sichtbaren Bläschenbildung an den Lippen.
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Gürtelrose

Herpes zoster

Foto: Fixi (CC-BY-SA)

Gürtelrose ist eine Viruserkrankung die vor allem im Alter oder bei Abwehrschwäche (Immunsystem) auftritt.
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Herpes genitalis

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Herpes genitalis ist ein hartnäckiger sexuell übertragbarer Virus der schmerzhafte Bläschen im Genitalbereich verursacht.
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Herpesviridae

Es sind 8 Virentypen bekannt die zu der Familie der Herpesviridae gehören, man nennt diese auch Humane Herpesviren (HHV). Die einzelnen Arten der Viren sind jeweils für spezifische Krankheiten der Auslöser.

Die Vertreter der Herpesviridae gehören wegen Ihres Genoms (Erbmaterial) und Ihrer Morphologie (Struktur) zu den größten und komplexesten Viren die bekannt sind. Diese doppelsträngigen DNA-Viren sind genetisch stabil, eine Mutation der Herpesviren ist daher eher selten.

Alpha Herpesviren

Beta Herpesviren

  • Cytomegalievirus (HHV-5): Kolitis, CMV-Pneumonie, CMV-Sialoadenitis
  • Humanes Herpesvirus 6 (HHV-6): Drei-Tage-Fieber
  • Humanes Herpesvirus 7 (HHV-7): Drei-Tage-Fieber, Pityriasis rosea (Röschenflechte)

Gamma Herpesviren

  • Epstein-Barr-Virus (EBV): (HHV-4): Nasopharynxkarzinom, Non-Hodgkin-Lymphome, Post-Transplantations-Lymphoproliferation (PTLD), Pfeiffersches Drüsenfieber, Morbus Hodgkin
  • Humanes Herpesvirus-8 (HHV-8): Morbus Castleman, bestimmte Lymphome, Kaposi-Sarkom

Infektion mit den Herpesviren

HSV-1: Nach einer Erstinfektion mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1, die meistens im Kindesalter und symptomlos ist, verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Körper. Dieser Virus wird durch Speichelkontakt und Schmierinfektion, also durch eine Kontaktinfektion, ab dem Säuglingsalter körperlich übertragen.

HSV-2: Die Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 2 erfolgt meistens über Sexualkontakt, daher ist die Erstinfektion meistens erst im Jugendlichen oder frühem Erwachsenem Alter. Dieser Virus wird durch Schleimhautkontakt mit dem reaktiviertem Virusträger übertragen, wie zum Beispiel bei sexuellen Aktivitäten. Wie alle Virentypen die zur Familie der Herpesviridae gehören verbleibt auch der HSV-Typ-2 ein Leben lang im Körper.

VZV: Die Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus geschieht normalerweise schon im frühen Kindesalter und führt beim Erstkontakt zum Erscheinungsbild der Windpocken.
Bei gesunden Kindern stellen die Windpocken eine harmlose Erkrankung dar und führen zu einer lebenslangen Immunität gegen die Windpocken. Die Viren verbleiben dann lebenslänglich im Körper, und zwar in den Nervenwurzeln des Rückenmarks und den Ganglien der Hirnnerven. Diese können im späterem Leben, überwiegend ab dem höherem Alter (50+) oder bei immungeschwächten Personen die Zweiterkrankung Gürtelrose (Herpes zoster) vermehrt auslösen.

Die Herpesviren verbleiben zeitlich unbegrenzt in den Ganglien (Nervensystem, Nervenknoten) des menschlichen Organismus, diese Infektion wird auch als persistierende Infektion bezeichnet.

Die Herpes-Therapie kann die Virusinfektion leider nicht vollständig beenden, mit der Therapie versucht man die Vermehrung der Herpesviren nach einer erfolgten Reaktivierung, also dem Ausbruch der Herpesviren aus dem Ruhezustand, zu hindern.

Symptome von Herpes

Herpes ist eine überaus lästige Krankheit, denn nicht nur die Lippenbläschen sind ästhetisch unschön, es kommen natürlich noch weitere Beschwerden und Symptome hinzu. Die Ansteckung verläuft in der Regel relativ unbemerkt und die ersten Symptome lassen auch nicht lange auf sich warten. Es entsteht ein allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber und natürlich die schmerzenden Bläschen um und auch im Mund. Zumeist kommt auch noch ein Mundgeruch hinzu. Stecken sich Kinder mit Herpes an, so ist eine Nahrungsverweigerung ebenfalls möglich. Die Bläschen brennen und es entsteht ein sehr schmerzhaftes Gefühl bei jeder Öffnung des Mundes. Weitere Symptome für das Krankheitsbild Herpes sind, dass es im Bereich des Halses oder auch des Kiefers zu geschwollenen Lymphknoten kommt.

Bei Menschen oder Kindern die ein sehr schwaches Immunsystem haben, kann sich das typische Krankheitsbild (Blasenbildung) auch auf weitere Körperstellen ausweiten. In solchen Fällen wird dann von einem Herpesekzem gesprochen. In ganz seltenen Fällen kann es auch zu einer sehr bedrohlichen Gehirnhautentzündung kommen.

Die Bläschenbildung entsteht durch die Viren im Körper und zu den allerersten Anzeichen einer Ansteckung zählen, ein Spannungsgefühl, Juckreiz oder auch ein Kribbeln. Bereits kurze Zeit später, sind bereits die Herpesbläschen auf der Lippe bzw. im Mundbereich ersichtlich. Häufig sind diese Bläschen auch mit einer Flüssigkeit gefüllt, welche überaus ansteckend ist. Der Krankheitsverlauf ist ebenfalls fast immer ähnlich, denn die Bläschen bzw. die Flüssigkeit trübt sich nach einiger Zeit, die Bläschen fließen dann zusammen, platzen und trocknen dann aus. Innerhalb weniger Tage, heilt dann auch die Kruste vollständig ab. Zumeist ist Herpes nach etwa 1 Woche wieder vollkommen ausgeheilt. Wer sich jedoch einmal damit infiziert hat, der ist für Herpes sehr anfällig und neigt bereits beim Gebrauch von unreinen Gläsern, zu einer neuerlichen Erkrankung.

Beim HSV-Typ-1 treten Lippenbläschen auf, wobei auch eine Ausbreitung in den Mundraum möglich ist.

Bei dem HSV-Typ-2-bilden sich am Genitalbereich schmerzhafte kleine Bläschen, die meist in Gruppen angeordnet sind. Manchmal wird diese Erkrankung von Fieber, Lymphknotenschwellungen und Kopfschmerzen begleitet.

Reaktivierung und Ursachen von Herpes

Die Reaktivierung, also der Ausbruch von Herpes kann durch körperlicher Abgeschlagenheit, intensive UV-Einstrahlung, durch emotionalen Stress und generell durch die Schwächung des Immunsystems herbeigeführt werden. Ist das Immunsystem geschwächt, beispielsweise durch eine Erkältung, kann das körpereigene Abwehrsystem die Herpesviren nicht mehr zurückhalten, ein Ausbruch der Herpesviren ist die Folge.
Betroffen sind vor allem ältere Menschen, Personen die mit HIV infiziert sind oder an Krebs leiden, hier kann die Infektion lebensbedrohlich werden und die Gesundheit extrem belasten.

Eine der häufigsten Ursachen für eine Reaktivierung von Herpes ist Stress. Einige Stressauslöser sind zum Beispiel Prüfungsangst und Stress in der Schule oder auf der Arbeit, aber auch Konflikte oder Trauer können Stress auslösen. Und genau das ist der Grund, weswegen die lästigen Herpesbläschen genau dann kommen, wenn man sie gar nicht gebrauchen kann.

Frauen bekommen den Lippenherpes häufig wenn sie ihre Menstruation haben. Ärzte sprechen dann vom sogenannten „Herpes menstrualis„. Es wird vermutet das hormonelle Schwankungen, wie bei der Periode, die Reaktivierung der Viren begünstigen kann.

Bricht der Virus aus, drängt er über die Nervenbahnen an die Hautoberfläche und vermehrt sich dort rasch. Nach dem anfänglichem Kribbeln, Jucken und Brennen der Haut, rötet sich die betroffene Stelle und schwillt ein wenig an. Es entstehen schmerzhafte kleine mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen die dann aufbrechen, verkrusten und schließlich wieder abheilen. Unternimmt man nichts dagegen, kann so eine Herpes-Attacke weitaus mehr als 10 Tage dauern.

Herpes Ursachen

  • Stress
  • Hormonelle Umstellung während der Menstruation oder Schwangerschaft
  • UV-Strahlung / Sonnenbäder
  • Geschwächtes Immunsystem

Herpes vorbeugen

Der Herpesausbruch kommt meist unerwartet und es gibt bislang noch keinen Impfstoff gegen die fiese Krankheit.
Damit der Virus nicht allzu oft ausbricht sollte man sein Immunsystem durch eine gesunde Ernährung, viel Bewegung und ausreichend Schlaf stärken. Des Weiteren sollte man zu viel UV-Strahlung und zu hohen emotionalen Stress vermeiden.

Kommt es zu einem Ausbruch der Viren, kann die Infektion mit Virustatika wie z.B. Aciclovir oder Penciclovir therapiert werden. Diese Medikamente gibt es als Salben und werden lokal auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Diese Salben beinhalten antivirale Wirkstoffe zur Behandlung der Herpesinfektion und bezwecken das sich die Herpesviren an den betroffenen Stellen nicht weiter vermehren können.

Ist eine HSV-1 Infektion wie zum Beispiel der Lippenherpes in einer nicht schweren Form vorhanden, kann man auch zu einem natürlichen Hausmittel gegen Herpes greifen. Je früher man mit der Behandlung beginnt desto besser und schneller verheilt die entzündete Hautregion auch.

Mehr über die Behandlung der verschiedenen Herpesarten erfahren Sie hier:

Fakten

  • ca. 85% der Weltbevölkerung sind mit Herpesvirus Typ 1 infiziert
  • UV-Strahlung begünstigt Lippenherpes
  • Ekel und Stress kann die Reaktivierung der Herpesviren auslösen
  • Die Herpesviren trägt man ein Leben lang in sich
  • Herpes kann sich in vielen Formen zeigen
  • Lippenherpes Bläschen werden im Volksmund auch als Fieberbläschen bezeichnet